GUSTAV-HEINEMANN-SCHULE

Kooperative Gesamtschule in Hofgeismar

Vorwärts in die Vergangenheit

Was haben ein Wolfhagener Südamerika-Reisender, ein Hanauer Söldner, ein hugenottischer Strumpffabrikant und ein Drehleiermädchen gemeinsam, obwohl sie während vier verschiedener Jahrhunderte im heutigen Hessen lebten?
Die Antwort auf diese Frage und einen Einblick in fünf Jahrhunderte Zu- und Auswandergeschichte in Hessen gewährte den Schülerinnen und Schülern der G8c ein Besuch des Hessenparks in Neu-Anspach am 12. September 2018.
Im Rahmen einer Schauspielführung durchlebte die Klasse die Ängste, Wünsche und Hoffnungen der vier Ein- und Auswanderer, denn der Wolfhagener Hans Staden, der Hessen-Hanauer Jakob Philipp  Hildebrandt, der Flüchtling André Privat aus der Hugenottenstadt Friedrichsdorf im Hochtaunuskreis stellten sich ebenso wie ein Westerwälder Drehleiermädchen persönlich vor. Allesamt träumten sie den Traum von einem besseren Leben in einer anderen Welt und reagierten teils herablassend auf die Aufnahmegesellschaft, wie die Fälle der Amerika-Abenteurer zeigten, erfuhren aber auch dankbare Aufnahme und Anerkennung wie der Hugenotte oder als Drehleiermädchen offene Demütigungen.
Fasziniert lauschte die Klasse den Geschichten von Migration, Integration und Heimat und hatte großen Spaß an den beiden von Schauspielern sehr überzeugend dargestellten Figuren Andrej aus Russland und dem türkischstämmigen Vorarbeiter Ali, den beiden Migranten der Gegenwart, die sie mit Witz und Situationskomik mit den vier historischen Ein- und Auswanderern bekannt machten.
Im anschließenden theaterpädagogischen Workshop arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen mit „Ali“ und „Andrej“ aktiv den Inhalt des Stückes (unter anderem mit Standbildern) auf und erkannten dabei Automatismen der Ausgrenzung, Identifikationsbedürfnisse mit der eigenen Geschichte sowie mögliche Lösungswege hinsichtlich des gesellschaftlichen Miteinanders unterschiedlichster Gruppierungen.
Nach dem Workshop blieb dann noch genügend Zeit, den Hessenpark auf eigene Faust zu erkunden und Bauwerke, Handwerksbetriebe, Läden usw. mit ihrer historischen Innenausstattung auf dem 65 ha großen Gelände des Freilichtmuseums von innen zu begehen und den im Hessenpark lebenden Tieren aus historischen Nachzüchtungen ganz nah zu kommen.
Mit von der Partie war auch die G8b, die sich in historischen Handwerken und Herstellungsverfahren wie dem Töpfern, Korbflechten und Blaufärben ausprobieren konnte.
Über spannende Einblicke in 500 Jahre hessische Geschichte freuten sich aber nicht nur die beiden Klassen, sondern auch die Lehrerinnen Christiane Söhne und Beatrice Hartung. Eine unvergessliche Reise in die Vergangenheit!

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